Irgendwo in Portugal.

Im August haben wir eine Woche damit verbracht mit Rucksack und Schlafsack, aber dafür ohne großen Plan, durch den Südwesten Portugals zu wandern.

Eigentlich ganz einfach: zehn Tage, ohne Plan. So wandern wir also, nach unserer Ankunft um neun Uhr abends, vom Flughafen in Faro los. Die Lichter der Stadt im Rücken und den Rucksack auf den Schultern.

Die erste Nacht verbringen wir auf einem verlassenen Festivalgelände in einem Pinienwald. Am nächsten Tag schmieden wir den groben Plan, die Rota Vincentina, einen Wanderweg entlang der portugiesischen Atlantikküste zu laufen. Bis dahin wissen wir nicht einmal, wie der Weg heißt, nur dass er existiert und wo er beginnt. Deshalb nehmen den zweistündigen Zug nach Lagos und werden per Anhalter von einem freundlichen älteren Herrn nach Sagres gebracht. Dort beginnt der Weg, am südwestlichsten Punkt Europas, einige Kilometer außerhalb des kleinen Fischerörtchens.

Zu dem Punkt, an dem ein Leuchtturm einsam dem ewigen Wind trotzt, bringt uns ein älteres Ehepaar aus der Schweiz. Wir erzählen ihnen von unserem Plan, sie finden ihn toll. Es ist früher Abend, der Wind pfeift und die Brandung schlägt gegen die Felsen viele Meter unter uns. Zum ersten Mal betrachten wir das Schild, das Auskunft über den Wanderweg gibt, der bis kurz vor Lissabon führt. Erste Etappe: 14 Kilometer. Uhrzeit: 18 Uhr. Temperatur: kalt, weil Wind. Kommentar von Felix: „Ich glaube, das war richtige eine Scheißidee!“.

Wir laufen los. Die Straße entlang, unschlüssig ob wir vorwärts oder zurück sollen. Das Ehepaar von vorhin hat genug von dem Leuchtturm gesehen und fährt fröhlich winkend an uns vorbei zurück in Richtung Sagres. Unser Abenteuer beginnt…